Dokumentation des Seniorentages in der Evangelischen Johanniskirchengemeinde in
Bonn-Duisdorf am 16. Oktober 2011

Wenn der Glaube in die Jahre kommt....

Entdeckungen im Lande des Älterwerdens. Da gibt es für jeden von uns immer wieder wertvolle und weiterführende Erkenntnisse und Einsichten: einzelne Wendungen, prägnante Überschriften, ganze Sätze, ja auch manche Worte , auch Schlagzeilen, auf  die wir in den verschiedensten Dokumenten stoßen, können eigene Überlegungen anregen oder auch vertiefen – man muss sich eben auf den Weg machen durch all die Textlandschaften, die zum Älterwerden entstehen

 

Ich möchte Ihnen deshalb aus der folgenden Dokumentation die Sätze nennen, die mein Denken angeregt haben. Davon hatte ich schon öfter gehört „Wenn der Glaube in die Jahre kommt“ Was das aber auch für mich persönlich bedeuten kann, dazu gibt es einige sehr bedenkenswerte Sätze aus der folgenden Dokumentation, die ich an den Anfang stellen möchte:

Wenn der Glaube in die Jahre kommt, dann sollte er eine gegenseitige Entwicklung genommen haben wie unser natürliches Leben sie nimmt; im Sinne von Paulus, wenn er

Schreibt: Wenn auch meine körperlichen Kräfte nachlassen, wird doch das Leben, das Gott mir schenkt, von Tag zu Tag erneuert“.(2.Korinther 4,16).

Wenn der Glaube in die Jahre kommt, dann sind ihm Lehrjahre vorausgegangen; Lehrjahre mit Höhen und Tiefen, Weiten und engen, Siegen und Niederlagen, Oasen und Wüsten. Jeder hat seine eigene Biographie. Es stellt sich die Frage: Was haben wir in diesen Zeiten gelernt?

Sie wollten uns herausfordern, im Glauben zu wachsen, zu reifen und Frucht zu tragen. Manchen Herausforderungen konnten wir vielleicht ausweichen, anderen mussten wir uns stellen. Wer nur ausweichen, das heißt die Sonnenseiten des Lebens erleben wollte, erlebte in jedem Fall weniger Profilierung eines Glaubenslebens, als wenn er sich den Herausforderungen gestellt hätte. Bewegung im Glauben ist wichtig.

Um es in Bildern deutlich zu machen:

Was eine Wanderkarte ist, erfahre ich erst richtig, wenn ich mich mit ihr auf den Weg mache und – vielleicht an einer entscheidenden Wegkreuzung - ihre Zeichen und Weisungen auf ihren Sinn, auf ihre Richtigkeit und Zuverlässigkeit erprobe.

Was ein Schiff ist, wird mir deutlich, wenn ich damit ausfahre und merke, was es in Gefahr leistet. Wer den Inhalt des Glaubens erkennen will, muss ihn erproben. Worte wie „Vorsehung“ oder „Menschenfreundlichkeit Gottes“ bleiben tot, solange ich sie nicht erprobt habe, solange ich nicht entschlossen bin, was immer geschieht, Gutes wie Schlimmes, Gewähr von Leben oder Entzug, so aufzufassen, dass es von Gott herkommt und erfahrbare Form seiner Liebe ist. I dem Masse als Glaubende dies tun und gegen Anfechtung, Bedrängnis, Langeweile und Schwermut dabei verharren, entfaltet das von ihnen Geglaubte seine Wahrheit: Sie erfahren, dass es eine tragende und richtungsweisende Kraft gibt. Um es noch einmal zu sagen: das hier Gesagte gilt für beide alterspezifischen Lebensdimensionen, für das , was mir im Entzug genommen, und für das, was mir in der Gewähr geschenkt wird. Aus anfänglich zögerlichem Glauben wird so allmählich konkretes christliches Wirklichkeitsbewusstsein.“

Die ganze Dokumentation als PDF-Datei

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